Bauweise des Instruments




Die Materialien, die man für eine Kora braucht, haben eine mythologische Symbolik:

Kürbis = Erde

Holz = Planzenwelt

Haut = Tierwelt

Eisen = Magie

Die Musiker bauen üblicherweise ihre Instrumente selbst. Die Materialien dafür sind auf jedem westafrikanischen Markt oder in der Nachbarschaft erhältlich. Es gibt allerdings einen Korabauer - Aliu Suso in Bakau, Gambia - dessen Instrumente in ganz Gambia und darüber hinaus sehr geschätzt werden.

Der Klangkörper besteht aus einer mit ungegerbter Ziegen-, Rinder-/ oder Antilopenhaut überzogenen Hälfte eines Kalebassenkürbis, in den ein Schallloch und Löcher für den Hals eingeschnitten sind. Die Haut wird enthaart im nassen Zustand über die offene Hälfte der Kalebasse gezogen und schrumpft beim Trocknen, sodaß sie wie ein Trommelfell straff gespannt anliegt und wird am Rand mit Rundkopfnägeln befestigt. Diese Nägel werden auf dem Korpus auch in Mustern zur Zierde eingeschlagen (die Koras von Aliu Suso sind beispielsweise an einem Doppelspiralmuster zu erkennen).

Ein runder Stock aus astlosem Kenoholz (Mahagoni) - der Hals, an dem die Saiten befestigt werden - wird senkrecht durch die Kalebasse geführt. Für jede Saite wird ein Hautstreifen im nassen Zustand um den Stock geflochten und bildet nach dem Trocknen den Stimmring (genannt Konso), der so eng am Stock anliegt, daß er zwar nach oben und unten verschiebbar ist, aber unter der Spannung der gestimmten Saiten nicht rutscht. Zwei weitere, dünnere, senkrecht durch Schlitze in der Haut am Rand der Kalebasse durchgeführte Stöcke dienen als Handgriffe, ein waagrecht durchgeführter als Verstrebung.

Der Steg steht senkrecht auf einer stoffüberzogenen Holzplatte, die auf der Haut aufliegt und die Schwingungen der Saiten überträgt.

Die Saiten sind aus Fischernylon in verschiedenen Stärken (früher aus gedrehten Hautstreifen), die dickeren Bass-Saiten werden manchmal gefertigt, indem man dünnere Nylonschnüre verdrillt, bis sie die 2-, 3- oder 4-fache Stärke haben.

Die 21 Saiten laufen in zwei Ebenen parallel seitlich in Kerben über die Schmalseiten des Stegs und werden dahinter mit Saitenhalterungen verknotet. 10 Saiten werden rechts und 11 werden links mit Daumen für die Bass-Saiten und Zeigefingern im höheren Bereich angeschlagen, während die anderen Finger den Handgriff halten. Es gibt auch (besonders in der Casamance/Südsenegal) 22- und 23-saitige Kora-Varianten mit zusätzlichen Bass-Saiten.

Das eine Ende der Saite wird 6-8 mal um den Stimmring gewickelt. Das andere ist mit der Saitenhalterung verknotet. Die Saitenhalterungen bestehen aus doppelten Nylonschnüren und sind in einem eisernen Ring befestigt, der am unteren Ende des Stockes verankert ist.

Die Stärke der Nylonschnüre für die Saiten in mm

tiefe Oktave
F: 2.5
C: 1.6
D: 1.4
E: 1.3 or 1.2
F: 1.0 or 1.1

die beiden mittleren Oktaven
G to f: from 0.9 to 0.7

die höchsten 3 Saiten
f,g,a: 0.6

Du plus petit au plus grand, je monte: 55,55,60,60,60,70,70,70,80,80,80,90,90,100,100,120,120,140,140,160,240




Die Innenseite der Kalebasse ist bei manchen Instrumenten mit magischen Formeln beschriftet.
Ein Marabu - Qur'an-Gelehrter - führt solche spirituellen, magischen Rituale aus.

Das nötige Zubehör wird in der Kora gelagert: Fischer-Nylonschnur für die Saiten, Loyo - ein Nagel um die Saiten beim Stimmen nachzuziehen und Nyenyemo - ein "Buzzer", wie er auch von Djembe-Spielern verwendet wird.

Der Nyenyemo wird auf den Steg gesteckt und erzeugt beim Anschlag der Bass-Saiten einen rasselnden Klang. Man verwendet ihn nur im Freien, um den Klang zu verstärken.



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